SPEM IN ALIUM - Ein Hörerlebnis mit dem SALZBURGER BACHCHOR
5., 6., 10. und 11. August, 15.00 Uhr, Stiftskirche St. Peter
Im Rahmen seines Jubiläumskonzertes im Februar 2009 führte der Salzburger Bachchor die vierzigstimmige Motette „Spem in alium“ von Thomas Tallis auf. Jenen, die dabei waren – sowohl aktiv als auch als Zuhörer -, ist dieses Werk in bleibender Erinnerung geblieben. Da der Salzburger Bachchor im Festspielsommer 2009 so stark wie noch nie präsent ist, soll die Gelegenheit, eine so große Menge hervorragender Sängerinnen und Sänger zur Verfügung zu haben, genutzt werden, um dieses Werk an vier Tagen im August immer zur selben Zeit in der Stiftskirche St. Peter zu singen. Der Eintritt ist frei
„Spem in alium“ stellt in der gesamten Musikliteratur eine absolute Ausnahme dar. Zum 40. Geburtstag von Queen Elisabeth im Jahre 1573 komponiert, repräsentiert es ein Meisterwerk der Komponierkunst, vereint es doch acht fünfstimmige Chöre zu einer klanglichen Einheit, wie sie vorher wie nachher in der Musikgeschichte kaum wieder aufzufinden ist. Trotz dieser hohen Kunstfertigkeit und Außergewöhnlichkeit wird dieses Werk kaum aufgeführt, bedarf es schließlich vierzig Sängerinnen und Sänger, die es einerseits beherrschen, als vierzig Solisten diese Musik zu singen und sich andererseits aber auch klanglich optimal ergänzen und verbinden. Alle Sängerinnen und Sänger stehen um das Publikum. Das Stück dauert in etwa zehn Minuten, während derer die Zuhörer - abseits vom sommerlichen Trubel - für einen kurzen berückenden Moment in eine mystische Klangwelt eintauchen können, in der die Zeit stehen zu bleiben scheint. Was das Publikum bei diesem Stück erlebt, ist schwer zu beschreiben. Zwar existieren Aufnahmen des Werks jedoch geht der Effekt des Klangs, der um die Zuhörer kreist, dabei völlig verloren. Aus dem seidenen Faden einer Einzelstimme entwickelt sich ein Klanggebäude, rundherum und von allen Seiten verweben sich Harmonien und verschichten sich ineinander, um schließlich in Unendlichkeit zu entschweben.