J. S. Bach: Messe in h-Moll
17. Oktober 2008, 19.30 Uhr, Großes Festspielhaus; 83. Bachfest Salzburg 2008
Die h-Moll-Messe ist Bachs monumentalste Komposition und gilt als Kompendium seiner komponierten Kunst. Erstaunlich, dass dieses Werk vor 1817, lange vor der von Mendelssohn ausgelösten Bach-Renaissance, in Österreich aufgeführt wurde! Der Salzburger Bachchor musiziert unter Ivor Bolton zusammen mit dem Mozarteum Orchester Salzburg. Als Solisten sind Johanette Zomer, Lawrence Zazzo, James Gilchrist und Jonathan Lemalu zu hören.
Die h-Moll-Messe ist Bachs einzige vollständige Vertonung des lateinischen Messordinariums und die letzte große Komposition, die er vollenden konnte. Gegen Ende seines Lebens stellte Bach verschiedene Werke, die er zwischen 1724 und 1749 komponiert hatte, zu einer Missa tota, einer vollständigen Messe, zusammen. Der Anlaß für diese Bearbeitung ist nicht bekannt, doch möglicherweise könnte die anstehende Einweihung der Dresdner Hofkirche der Grund gewesen sein. Eine Aufführung der gesamten Messe zu Bachs Lebzeiten ist nicht nachweisbar. Erste Aufführungen von Teilen des Werks erfolgten erst zu Beginn des 19. Jh. in Wien und Frankfurt/Main. Die erste Aufführung der gesamten Messe erfolgte 1835 in Berlin, die erste gedruckte Ausgabe erschien - knapp einhundert Jahre nach dem Tod des Komponisten - 1845 in Bonn.