Giovanni Paisiello: Il matrimonio inaspettato
9. und 11. Mai 2008, Haus für Mozart; Pfingstfestspiele 2008
Giovanni Paisiello studierte am Conservatorio S. Onofrio in Neapel, wo er 1766 mit der Vedova di bel genio einen ersten großen Erfolg feierte. In St. Petersburg, Warschau, Wien und Paris sowie später wieder Neapel entstanden über hundert Opern, darunter La serva padrona und Il barbiere di Siviglia. Der Salzburger Bachchor singt in der Regie von Andrea de Rosa und unter der musikalischen Leitung von Riccardo Muti.
Die für diese Saison ausgewählte Paisiello-Oper ist ein Werk in zwei Akten, „das Sujet ist eine dieser absurden Handlungen, die erdichtet wurden, um Komponisten zu einem turbulenten Theater zu inspirieren. Sie verlangt auch nach einem kleinen Chor, den stellt der Salzburger Bachchor.“ Muti charakterisiert die Oper als „leicht, aber voller Frische und Humor, der typisch für die Meisterwerke der neapolitanischen Schule ist“. Gleichzeitig macht er darauf aufmerksam, dass es den Komponisten nicht um die Psychologie der einzelnen Personen gegangen ist. Man wollte sie möglichst natürlich auf der Bühne zeigen: „Freilich soll man die damalige politische Situation nicht außer Acht lassen. Neapel war damals von den Bourbonen beherrscht. Die Oper ist zwar vor der Französischen Revolution entstanden, aber die nach ihr kommenden gesellschaftlichen Umwälzungen lagen schon in der Luft. Das erklärt die gesellschaftskritischen Züge dieser Werke, die Kritik an den Standesunterschieden, am Spannungsverhältnis von arm und reich. In dieser Zeit stand Neapel am Höhepunkt seiner Bedeutung. Die auch hier stattfindende Revolution machte Neapel zu einer ganz anderen Stadt. Viele Probleme, mit denen man sich heute hier herumschlagen muss, haben ihre Wurzel in dieser Entwicklung.“ Text und Foto: Salzburger Festspiele