Samstag, 2. Februar 2008, 11.00 Uhr, Großer Saal des Mozarteums
Im Rahmen der Internationalen Mozartwoche 2008 ist der Salzburger Bachchor gemeinsam mit dem Mozarteum Orchester Salzburg unter Ivor Bolton mit Mozarts Litaniae de venerabili altaris Sacramento in B-Dur KV 125 und Anton Weberns Zweiter Kantate op. 31 zu hören. Als Solisten sind Annette Dasch, Ruxandra Donose, James Gilchrist und Adrian Eröd zu hören.
Mozart komponierte insgesamt vier Litaneien (KV 109, 125, 195, 243) für Salzburg. Die Litaniæ de venerabili altaris Sacramento in B-Dur KV 125 entstand zwischen Mozarts zweitem und drittem Italienaufenthalt im März 1772. Das festliche neunsätzige Werk ist mit Streichern, Oboen, Flöten, Hörnern, Trompeten, Posaunen und Orgel reich instrumentiert – wie eine Missa solemnis. Die Sakramentslitanei dürfte in Anlehnung an die von Leopold Mozart komponierten Litaneien in C- bzw. D-Dur entstanden sein, die als Zeugnis für die Vorbilder und an Überlieferung gebundene Salzburger Kirchenmusik dienen. Das öffentliche Arbeiten wurde für Webern nach dem Anschluss Österreichs im Jahr 1938 immer schwerer bis unmöglich, da auch seine Musik als „entartet“ galt. Die Erste Kantate für Sopran Solo, gemischten Chor und Orchester entstand in den Jahren 1938 bis 1940, dem folgten die Variationen für Orchester op. 30 – das letzte Werk, das er noch zu Lebzeiten hören konnte. Die Zweite Kantate für Sopran- und Bass-Solo, gemischten Chor und Orchester op. 31, die letzte Komposition, die Anton Webern beendet hat, entstand unter schwersten politischen (Bombardierung von Wien) und materiellen Umständen. Wie schon in der ersten Kantate steht die Versöhnung von Geistes- und Naturprinzipien als zentrale Aussage und religiöse Symbolik im Vordergrund. In einem Brief vom 28. Jänner 1944 an Hildegard Jone verwendet Webern die Termini Kyrie, Gloria, Credo, Benedictus, Sanctus und Agnus Dei: „[…] spürte ich auf einmal mit völliger Sicherheit […], daß nämlich diese Arbeit mit den fertigen 6 Stücken musikalisch zu Ende sei! Ich zögerte noch, entschloß mich aber bald endgültig dazu, diese fertigen Stücke zu einer ,Kantate’ zusammen zu fassen. […] Nun schau’ Dir die Reihenfolge an: ist’s nicht im Grunde eine ,missa brevis‘ geworden?“
